Rückblick Aus Müll mach neu
Cleanup und Recycling Workshop
Recycling – Chance oder Illusion? Unser Alltag ist voll von Wegwerfprodukten, doch was passiert eigentlich danach? Kann aus dem, was wir achtlos entsorgen, wirklich etwas Neues entstehen?
Bei dieser Aktion wollten wir es gemeinsam herausfinden. Den Auftakt bildete ein Cleanup, bei dem wir unser Viertel von Abfällen befreiten. Im Anschluss gingen wir einen Schritt weiter: Im Recycling-Workshop zeigten wir, wie aus scheinbar Wertlosem wieder brauchbare Dinge entstehen können. Gemeinsam gaben wir dem gesammelten Material ein zweites Leben – und stellten gemeinsam neue Dinge daraus her. Dabei wurde deutlich, was Recycling leisten kann, aber auch, wo seine Grenzen liegen. Denn so spannend die Technik ist: Noch wichtiger bleibt die Frage, wie wir Abfall von vornherein vermeiden. Alle konnten mitmachen, ausprobieren und dazulernen – und so erleben, dass Recycling mehr ist als ein abstrakter Begriff. Ein spannender Prozess, der zum Nachdenken anregt.
Gemeinsam anpacken und Neues schaffen
Ein alter Schlappen am Rheinufer... gefunden bei unserem Cleanup in Düsseldorf-Heerdt. Irgendwann verloren oder weggeworfen – geblieben ist er trotzdem. Für uns ist er ein Symbol: für den Fußabdruck, den wir alle hinterlassen. Und für die Frage, wie wir ihn gestalten wollen.
Im Rahmen unseres Projekts „Sauberes Hier, sauberes Morgen“ haben wir am 14. Dezember unsere dritte Aktion in Heerdt umgesetzt. Unser Ziel: In zehn Düsseldorfer Stadtbezirken jeweils ein Cleanup mit einem thematischen Schwerpunkt durchzuführen – gemeinsam mit den Menschen vor Ort.
Rund 23 Helfer*innen haben sich uns angeschlossen. Startpunkt war diesmal der Kulturhafen Heerdt, von dort aus sind wir in verschiedene Bereiche des Viertels ausgeschwärmt. Die Aktion kam im Viertel gut an. Viele blieben stehen, kamen mit uns ins Gespräch und einige halfen sogar spontan mit.
Schon nach kurzer Zeit entdeckten wir am nur wenige Schritte vom Kulturhafen entfernten Rheinufer eine kleine Bucht, in der sich jede Menge Müll angesammelt hatte. Die Funde waren beeindruckend: volle Wodkaflaschen, Lachgaskartuschen, ein Koffer, ein großes Schiffstau, im Wasser treibende Isomatten sowie zahlreiche Bier- und Weinflaschen.
Besonders bewegt hat uns eine Flaschenpost, die ein sechsjähriges Mädchen im Sommer in Köln in den Rhein geworfen hatte – verschlossen mit Korken. Wir werden darauf antworten.
Ein weiteres außergewöhnliches Fundstück war eine noch vollständig erhaltene und gefüllte(!) Evidur-Wäschesteife-Flasche aus den 1960er-Jahren . Ähnliche Flaschen kennen wir bereits aus unserer Ausstellung „Zeit im Fluss“ – diese hier ist die erste komplett erhaltene ihrer Art.
Am Ende des Tages hatten wir 138 Kilogramm Müll gesammelt: darunter ein Einkaufswagen, Schuhe, auffällig viel Plastikmüll wie Folien und Flaschen sowie unzählige Deckel, Kippen und Kronkorken. Jeder Fund ein bisschen weniger Müll im Viertel – und im Rhein.
Nach dem Cleanup haben wir am Kulturhafen Heerdt einen Recycling-Workshop angeboten. Dort zeigten wir, wie aus Plastikmüll neue Produkte entstehen können. Besonders Kinder waren mit Begeisterung dabei und stellten aus geschreddertem Kunststoff neue Kreisel und Karabiner her. „Und das war alles mal Müll“ wurden wir da erstaunt gefragt. Ja, all das war einfach Müll – dabei kann daraus noch so vieles neu entstehen!
Die Aktion hat Menschen im Viertel zusammengebracht, Austausch geschaffen und gezeigt: Müll entsteht erst, wenn wir ihn so behandeln. Und aus achtlos Weggeworfenem kann wieder etwas Sinnvolles entstehen.
Der alte Schlappen erinnert uns daran: Unser Fußabdruck bleibt. Die Frage ist, was wir daraus machen – gemeinsam.
Danke an alle Helfer*innen, die Stiftung Nachhaltigkeit, die Stiftung Heerdt und alle Heerdter*innen für diese gelungene Aktion.